Modul 14A

„Evolution und Biodiversität der Landpflanzen und Interaktion mit anderen Organismengruppen“

Landpflanzen sind für alle terrestrischen Ökosysteme und damit auch für die Menschheit von herausragender Bedeutung. Im Rahmen einer Vorlesung (wöchentlich, 2-stündig), einer Übung (4-wöchige Blockveranstaltung, vormittags) und einer 1-wöchigen Exkursion entweder an Seen, Moore, Tideröhrichte, Salzwiesen und Dünen Norddeutschlands oder in die Schweizer Alpen (im Anschluß an das Semester) werden grundlegende Kenntnisse zur Evolution und Biodiversität der Landpflanzen sowie zu ihren Interaktionen mit anderen Organismengruppen vermittelt und anhand von individuellen Projekten vertieft.

Im ersten Teil der Übung wird die morphologische, ökologische und biogeographische Diversifizierung der Landpflanzen untersucht. Dabei werden wichtige Merkmale, wie z.B.  Schlüsselinnovationen für die Besiedelung des Landes oder spezielle Anpassungen an extreme Klimate oder Habitate analysiert. Das Einbeziehen aktueller molekularer Stammbäume dient dabei dazu, die Evolution bestimmter Merkmale oder auch die Biogeographie in ausgewählten Landpflanzenlinien zu verstehen. Auf diese Weise wird in die phylogenetische Denkweise in der Biologie eingeführt und ein Überblick über die Biodiversität der verschiedenen Landpflanzengruppen vermittelt.

Im zweiten Teil der Übung werden Interaktionen von Pflanzen mit anderen Organismen (z.B. Symbiosen, parasitische Pflanzen, karnivore Pflanzen) exemplarisch untersucht. Die für den Artenreichtum der Blütenpflanzen besonders wichtige Vielfalt der Bestäubungsbiologie und Ausbreitungsbiologie werden im Überblick und exemplarisch behandelt. Die Übung enthält einige Projekttage, an denen die Studierenden in eigenen Projekten selbständig bestimmte Aspekte erarbeiten und vorstellen. Insgesamt wird viel an lebendem Material aus dem Botanischen Garten gearbeitet.

In der Vorlesung "Evolution der Pflanzen" werden die Mechanismen (Mutation, Rekombination, natürliche Selektion, Artbildung, Hybridisierung etc.) evolutionärer Veränderung dargestellt. Bei der Exkursion nach Norddeutschland liegt der Schwerpunkt auf der Flora von Süss- und Salzwasser beeinflussten Standorten wie z.B. Seeufer, Moore, Süsswassertidebereich der Elbe, Dünen, Salzwiesen, Spülsaum und Watt. Bei der Exkursion in die Schweizer Alpen erwandern wir die subalpine und alpine Vegetationstypen und lernen die artenreiche Flora der Alpen auf Kalk- und Silikatgestein kennen.

 

Leitung: Prof. J.W. Kadereit (Institut für Organismische und Molekulare Evolutionsbiologie) und Prof. G. Kadereit (Institut für Molekulare Physiologie)