Bachelor and Master Theses

Biologische Vielfalt erforschen!

In Bachelor- und Masterarbeiten können Sie mit traditionellen morphologisch-anatomischen und modernen molekularen Methoden untersuchen wie, wann und wo biologische Vielfalt entsteht.

Anatomie, Morphologie & Merkmalsevolution

In einem kleinen Verwandtschaftkreis und auf der Grundlage einer  bereits vorhandenen molekularen Phylogenie werden anatomische (z.B. Blattanatomie) oder morphologische (z.B. Pollenmorphologie) Daten für alle Arten des Verwandtschaftskreises erhoben. Die Daten dienen dann dazu, die Evolution bestimmter anatomischer bzw. morphologischer Besonderheiten auf dem Stammbaum der jeweiligen Gruppe nachzuvollziehen und den stammesgeschichtlich ursprünglichen Zustand zu ermitteln.
Methoden: Herstellen anatomischer Schnitte per Hand und mit dem Mikrotom; Lichtmikroskopie; Elektronenmikroskopie; Rasterelektronenmikroskopie; Erstellen einer Merkmalsmatrix, Verrechnen der Merkmalsmatrix und der Phylogenie unter dem Parsimonie-Kriterium (Programm Mesquite) und Maximum Likelihood-Kriterium (Programme BayesTraits und Beast), Literaturrecherche.

Molekulare Phylogenie & Systematik

Die traditionelle Klassifikation eines Taxons (z.B. einer Gattung) soll durch eine molekulare Phylogenie überprüft und gegebenenfalls revidiert werden. Dazu werden DNA-Sequenzen aus unterschiedlichen Teilen des Genoms für alle bzw. möglichst viele Vertreter der Gruppe erhoben und zu einem Stammbaum verrechnet. Auf der Grundlage des Stammbaums entsteht dann eine verbesserte, natürliche Gliederung der Gruppe, die nach Möglichkeit durch morphologische Daten gestützt werden soll.
Methoden: DNA Extraktion, PCR, Sequenzierung, Alinierung der Sequenzen, Stammbaumberechnung mit verschiedenen Programmen nach Parsimonie- und Maximum Likelihood-Kriterien, morphologische Analyse, Literaturrecherche.

Biogeographie & molekulare Uhr

Die Ausbreitungsgeschichte und Diversifizierung eines Taxons (z.B. einer Gattung) soll durch eine molekulare Phylogenie der Gruppe erklärt und datiert werden. Dazu werden DNA-Sequenzen aus unterschiedlichen Teilen des Genoms für alle bzw. möglichst viele Vertreter der Gruppe erhoben und zu einem Stammbaum verrechnet. Der Stammbaum erlaubt dann die zeitliche und räumliche Rekonstruktion der Ausbreitungsgeschichte und die Interpretation von Disjunktionen und Ausbreitungsereignissen.
Methoden: DNA Extraktion, PCR, Sequenzierung, Alinierung der Sequenzen, Stammbaumberechnung mit verschiedenen Programmen nach Parsimonie- und Maximum Likelihood-Kriterien, Anwendung einer molekularen Uhr (z.B. mit dem Programm Beast), Literaturrecherche.

Grundlagen der Biodiversität & Taxonomie

In einem kleinen Verwandtschaftkreis und auf der Basis einer bereits vorhandenen molekularen Phylogenie soll die Diversität und Taxonomie einer Gruppe revidiert werden. Grundlage dieser Arbeiten ist die Bearbeitung von Herbarmaterial, das vergleichend analysiert wird. Dabei sollen die derzeit anerkannten Arten der Gruppe kritisch hinterfragt und gegebenenfalls neu gefasst werden, neue Arten sollen erfasst und beschrieben werden. Zur Charakterisierung der Arten gehören ausführliche morphologische Beschreibungen, das Erstellen von Verbreitungskarten und (wenn vorhanden) Hinweise zur Ökologie der Arten.
Methoden: Arbeit mit Herbarmaterial, eventuell Besuch eines großen Herbariums, morphologische Analyse und exakte Beschreibung der Strukturen, Erstellen von Verbreitungskarten, Literaturrecherche.